Aktuelle Beiträge und Presseberichte des Waldbauverein Altenkirchen e.V.

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PEFC Waldsprechstunde für das klimaangepasste Waldmanagement (Förderung FNR) am 24.10.2025

Wir bieten Ihnen gemeinsam mit dem Waldbildungszentrum Hachenburg und PEFC Deutschland eine „PEFCWaldsprechstunde“

zum Thema Klimaangepasstes Waldmanagement – Praktische Umsetzung des PEFC-Fördermoduls an.

Sie erfahren, wie die Kriterien des Klimaangepassten Waldmanagements erfolgreich und

mit wenig Aufwand auf der Fläche umgesetzt werden können, sowie worauf bei einem PEFC-Audit

Wert gelegt wird und vieles mehr im Gespräch mit praktisch arbeitenden Waldbesitzenden, Försterinnen und Förstern sowie den

Mitarbeitenden von PEFC Deutschland.

Termin der Veranstaltung ist der 24.10.2025 um 9:00 Uhr im Waldbildungszentrum beim Forstamt Hachenburg.

Hier finden Sie eine genaue Veranstaltungsbeschreibung mit Ablaufplan und ein Anmeldeformular. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich bis zum 11.08.2025.

Die Veranstaltung kann nur stattfinden, wenn sich ausreichend Teilnehmer anmelden. Die Kosten übernimmt der Waldbauverein Altenkirchen e. V. .

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Das Forstamt Altenkirchen informiert: Revierleitung im Privatwaldbetreuungsrevier

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit November 2024 wurde das sich über das gesamte Kreisgebiet erstreckende Privatwaldbetreuungsrevier von Forstoberinspektor
Maximilian Mohr kommissarisch geleitet.Herr Mohr hat sich erfolgreich auf die Stelle der Privatwaldbetreuung beworben und die Revierleitung ab 1. Juli 2025 dauerhaft übernommen.

Unverändert steht für die Beratung und Betreuung des Kleinprivatwaldes neben Herrn Mohr der Forstwirtschaftsmeister Carsten Wisser zur Verfügung.

Privatwaldbesitzende können wie folgt Kontakt aufnehmen:

FOI Maximilian Mohr
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0173 70 44 746

FWM Carsten Wisser
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0152 28 85 17 94

Für das Forstamt Altenkirchen
Michael Weber

(Forstamtsleiter)

Foto Mohr 2025 Ausschnitt

 

Bericht und Fotos von der Jahreshauptversammlung 2025

Bericht über die Jahreshauptversammlung des Waldbauvereins Altenkirchen e. V. am 08.04.2025 in Wissen

Nach der Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden Friedrich Freiherr von Hövel wurde die form- und fristgerechte Einladung zur Versammlung festgestellt.

Zum Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen.


In seinem Geschäftsbericht erinnerte der Geschäftsführer Alois Hans an die wichtigsten Veranstaltungen und Aktivitäten des Jahre 2024:

  • Die letzte Mitgliederversammlung am 15.04.2024 in Wissen mit einem Vortrag vom PEFC-Regionalassistenten German Bell zum Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement
  • Die große Mehrtagesfahrt nach Bayreuth vom 31.08. bis 05.09.2024
  • Das PEFC-Audit im Waldbauverein vom 09.09.-12.09.2024, das in verschiedenen Betrieben und als Kombiaudit (Auditierung zu den PEFC-Standards und den Kriterien des Fördermoduls Klimaangepasstes Waldmanagement) durchgeführt wurde
  • Die Fachexkursion im Stadtwald Daaden am 11.10.2024 zum Thema Verkehrssicherung im Wald und der Umgang mit sog. Megagefahren
  • Die Durchführung von 2 MS-Kursen mit insgesamt 11 Teilnehmern sowie
  • Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen zu dem Förderprogramm zum Klimaangepassten Waldmanagement. Die Anzahl der teilnehmenden Betriebe hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Das sind rd. 40 % aller Gemeinschaftswaldbetriebe. Das Förderprogramm ist momentan ausgeschöpft.

Im danach folgenden Kassenbericht erläuterte der Geschäftsführer die wichtigsten Einnahme- u. Ausgabenpositionen im Haushalt des vergangenen Jahres.
Im Wesentlichen stimmen Haushaltsansätze und Istwerte überein. Abweichungen wurden erläutert.
Das Wirtschaftsjahr 2024 schließt mit einem Überschuss ab.

Für die Kassenprüfer trug Herr Rudi Weigold den Kassenbericht vor. Er berichtete von einer ordentlichen und vollständig belegten Kassenführung. Beanstandungen ergaben sich keine. Er schlug der Versammlung daher vor, Vorstand und Geschäftsführung zu entlasten. Die Versammlung folgte diesem Vorschlag ohne Gegenstimmen.

Der Haushaltvoranschlag für das Jahr 2025 lag den Anwesenden als Tischvorlage vor und wurde vom Geschäftsführer erläutert sowie anschließend von der Versammlung ohne Gegenstimme angenommen.

Neuwahl des Vorstandes
Der Vorsitzende erläuterte, dass die bei der vorjährigen Mitgliederversammlung durchgeführte Neuwahl vom Vereinsregistergericht in Montabaur für ungültig erklärt wurde, da die Wahl als Blockwahl durchgeführt worden war, was wegen mangelnder Festlegung in der Satzung nicht zulässig gewesen sei.
Die Wahl muss daher wiederholt werden.
Die Wahlleitung übernahm der Geschäftsführer Alois Hans.
Die Wahl erfolgte in offener Abstimmung.
Über die vom Wahlleiter vorgeschlagenen Kandidaten wurde, nachdem es keine Gegenvorschläge aus der Versammlung gab, einzeln abgestimmt.
Alle vorgeschlagenen Kandidaten wurden ohne Gegenstimme und bei eigener Enthaltung in den Vorstand gewählt. Sie erklärten einzeln, dass sie das Amt annehmen würden. Der für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden kandidierende Frank Bettgenhäuser und der Kandidat für die VG Hamm Raphael Traut konnten an der Versammlung nicht teilnehmen und hatten im Vorfeld schriftlich erklärt, dass sie im Falle Ihrer Wahl das Amt annehmen würden.
Der neue Vorstand setzt sich damit wie folgt zusammen:

Friedrich Freiherr von Hövel (Vorsitzender)

Landkreis Altenkirchen

Frank Bettgenhäuser (Stv. Vorsitzender)

VG Altenkirchen-Flammersfeld

Jürgen Hassel

VG Altenkirchen-Flammersfeld

Friedhelm Rütscher

VG Altenkirchen-Flammersfeld

Ulrich Bender

Haubergsgenossenschaften

Raphael Traut

VG Hamm

 

VG Wissen (Vakant)

Berthold Buchen

Haubergsgenossenschaften

Hans-Georg Gerhardus

Haubergsgenossenschaften

Marc Schwan

VG Daaden, Betzdorf, Kirchen, Friesenhagen u. Stadt Herdorf

Rainer Schuster

Waldinteressentenschaften

Eberhard Seibert

Waldinteressentenschaften

Florian Gränz

Waldinteressentenschaften

Reinhard Lindlein

Ehrenmitglied

Satzungsänderung
Um den Fehler, der im letzten Jahr zur Ungültigkeit der Vorstandswahl geführt hat für die Zukunft auszuschließen, wurde der Versammlung vorgeschlagen, § 10, Absatz (7) der Satzung um den Satz „Blockwahl ist zulässig“ zu ergänzen.
Diese Satzungsänderung wurde ohne Gegenstimmen und Enthaltungen beschlossen.
 

Verschiedenes
Das Forstamt Altenkirchen hat mit Herrn Maximilian Mohr einen neuen Privatwaldbetreuer. Dieser nutzte die Gelegenheit und stellte sich der Versammlung vor.
Der Vorsitzende wies auf die Beachtung wichtiger Kriterien (Habitatbäume, Wasserrückhaltung im Wald, Dauerwildfrage) bei den PEFC-Standards und dem PEFC-Fördermodul Klimaangepasstes Waldmanagement hin.
Desweiteren berichtete er, dass das Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement plus von Verbandsseite kritisch gesehen werde und von Landesforsten dahingehend weder Beratung noch Unterstützung zu erwarten seien.
Er informierte weiter, dass die veralteten Rechtsgrundlagen für den Gemeinschaftswald durch ein neues Gemeinschaftswaldgesetz ersetzt werden sollen.
Er bat darum, Eichenbestände auf den Befall mit dem Eichenprachtkäfer hin im Auge zu behalten.
Schließlich informierte er darüber, dass Herr Hans in Kürze als Geschäftsführer des Waldbauvereins ausscheiden werde und bat um Unterstützung bei der Findung einer Nachfolge.

Nach einer kurzen Pause, eröffnete Friedrich Freiherr von Hövel den öffentlichen Teil und begrüßte namentlich die zahlreichen Ehrengäste, Vertreter aus Politik und Verwaltung.
Die aktuelle langanhaltende Frühjahrstrockenheit zeige einmal mehr, welchen Risiken durch den Klimawandel die Forstwirtschaft ausgesetzt sei. Die Waldbesitzer würden sich ihrer Verantwortung stellen, benötigten aber auch Unterstützung durch Politik und Gesellschaft. Wenig hilfreich seien dabei eine überbordende Bürokratie, komplizierte Fördervorschriften, sinnfreie Nachweispflichten aus EU-Vorgaben (EUDR), amtliche Gutachten gegen die energetische Holznutzung sowie Regelungen zur Neufestsetzung der Grundsteuer, die die aktuellen Entwicklungen im Wald unberücksichtigt lassen. Die GAK-Förderung müsse erhalten bleiben.
Den Mitarbeitern des Forstamtes dankte er für die Unterstützung.

Ein Grußwort sprach der Präsident der Landwirtschaftskammer RLP Michael Horper, der den Waldbesitzern die Unterstützung der LWK zusagte.

Mit Spannung erwartet wurde der Hauptvortrag des Abends von Dr. Franz Straubinger, ehemaliger Leiter der Hatzfeldt-Wildenburgischen Forstbetriebe.
Jagen für den Wald von morgen lautete die Überschrift und beschrieb damit schon vorweg, welche Schlüsselfunktion der Jagd zukommt.
Mit Betriebsteilen in Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Thüringen gehört die Hatzfeldt-Wildenburgische Verwaltung zu den größten privaten Forstbetrieben Deutschlands. Leitbild des Betriebes ist der sogenannte „Dauerwald“, also der intensiv gemischte, horizontal und vertikal strukturierte, ungleichaltrige und zuwachskräftige Wald mit hoher ökologischer und wirtschaftlicher Stabilität.
Die durch den sich verschärfenden Klimawandel ausgelösten Einflüsse haben für die Wälder katastrophale Auswirkungen. Hitze und Trocknis schwächen die Vitalität der meisten Waldbäume und fördern die Ausbreitung von Schadinsekten. Häufigere und stärkere Stürme tun ihr Übriges. Dies, sowie Versäumnisse und Nachlässigkeiten in der Bewirtschaftung prägen heute vielerorts Waldbilder, die durch Kalamitätsflächen, Pflegerückstände, fehlende Vorausverjüngung, mangelnde Erschließung und Überweidung viel zu hoher Schalenwildbestände gekennzeichnet sind.
Dies erkennend, hat man in der Hatzfeldt-Wildenburgischen Verwaltung schon zu Anfang der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts und beginnend im Betriebsteil Schönstein die Weichen anders gestellt.
Mit einer breiten Baumartenpalette, Voranbau und Naturverjüngung, hoher Stabilität der Einzelbäume (h/d-Verhältnis), einer guten Erschließung sowie einem klugen Wassermanagement und nicht zuletzt einer waldkonformen Jagd wurden die Voraussetzungen für die Verwirklichung des Leitbildes geschaffen.
Insbesondere der letzte Punkt ist in seiner Bedeutung nicht hoch genug zu bewerten.
Am Beginn stand eine strategischen Planung gekennzeichnet durch die Definition der Ziele, die umfassende Information aller Akteure, die Analyse von Betrieben mit gelöstem Wald/Wild-Konflikt, die Sensibilisierung des politischen Umfeldes und die Zielkontrolle sowie gegebenenfalls zu ziehender Konsequenzen. Die Reduktion der jagdlichen Entgelte, zielführende Jagdpachtverträge, die Gründung einer eigenen Hegegemeinschaft sowie die Präsenz in jagdlichen Gremien waren ebenso Teil der Strategie wie die Definition „relevanter Baumarten“, die Festschreibung eines gemeinsamen Waldbeganges, die jährliche Abschussvereinbarung und, falls erforderlich, Abschussunterstützung.
Für alle Jagenden wurden klare jagdliche Grundsätze erklärt, der Einsatz bleifreier Munition vorgeschrieben sowie Kündigungsgründe definiert (Abschussvereinbarung < 90%, Waldbauliches Ziel 2 x gefährdet, Absprachen des Begangs missachtet).
Auf den ca. 10.000 ha Jagdfläche im Betriebsteil Schönstein wird die Jagd auf etwa der Hälfte verpachtet und auf den übrigen Flächen von entgeltlichen und unentgeltlichen Jagderlaubnisscheininhabern ausgeübt. Die Zusammenarbeit mit den Jägern ist geprägt durch Vorbild (L-Wolf), Transparenz und Ehrlichkeit, führen auf Augenhöhe/Team, Pirschbezirke/Flächenverantwortung, Präsenz (Fragen, Konflikte, Wünsche) und Durchführung von Aktivitäten (Anschussseminar, Hundeführerlehrgang, MS-Kurs, Konfliktmanagement u. a.).
Wie weit diese Strategie und deren Umsetzung bereits Früchte getragen hat, ist abzulesen in der Entwicklung der Jagdstrecken (deutlicher Anstieg zu Beginn und Erreichung eines dauerhaft hohen Niveaus) und gleichzeitig erheblicher Reduzierung der Verbissbelastung auf ein tragbares Maß, wobei die besonders verbissgefährdeten Baumarten hier den Maßstab vorgeben.
Die monetären Folgen für den Betrieb sind deutlich spürbar durch wildbedingte Forstschutzkosten, die stabil bei 0 € sind, positive Deckungsbeiträge, Naturverjüngung statt Pflanzung und Risikominimierung durch Strukturreichtum.
So steht die Hatzfeldt-Wildenburgische Verwaltung heute für ästhetische Wälder mit hoher ökonomischer Stabilität und ausgeprägter Biodiversität. Sie wird ihrer ethischen Verantwortung gerecht und gewährleistet einen gesunden, zuwachskräftigen Wildbestand sowie hohe Sicherheit im Straßenverkehr und erntet dafür Verständnis in der Gesellschaft.
Nicht überall erlauben es die Verhältnisse so einfach, richtiges und notwendiges ins Werk zu setzen. Wille, Tatkraft und Durchhaltevermögen sind schon vonnöten.
Wo freilich Ignoranz, das sture Festhalten an Althergebrachtem und der Glaube an längst widerlegte jagdliche „Wahrheiten“ den Grundton bestimmen, wird es der Waldeigentümer schwer haben, seine ihm gesetzlich verbrieften Ansprüche geltend zu machen – unmöglich ist es nicht.
Der Beweis, dass der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt, konnte mit dem Vortrag Dr. Straubingers jedenfalls beeindruckend geführt werden.

Mit dem Dank bei dem Referenten für den Vortrag sowie den Anwesenden für ihr Erscheinen schloss der Vorsitzende die Versammlung.

Fotos der JHV 2025: